Hostettler AG
Herr Herzog
Haldenmattstrasse 3
Postfach 700
6210 Sursee
Zürich, 22.07.2005
MEINE ERFAHRUNGEN MIT DEM KAUF VON IHREN QUADS
Sehr geehrte Damen und Herren
Hiermit möchte ich Ihnen meine Erfahrungen mit dem Kauf von zwei Yamaha
Raptors 660R erzählen.
Nach dem ich schon einige male in Kanada Schneetöff fuhr, wollte ich etwas
Ähnliches in der Schweiz machen.
Da es das Gesetz nicht zulässt in den Schweizeralpen
mit Snowmobiles zu fahren kam ich schnell auf den Quad und suchte mir viele
Informationen aus dem Netz.
In der Zwischenzeit war ich schon in Frankreich und in Kanada auf ein ähnliches
Gefährt gesessen und habe mich entschlossen mir in der Schweiz als
Freizeitgefährt eines anzuschaffen. Und wenn es schon ein Quad sein soll
dann gerade der König der Quads und zwar den Raptor 660R.
Also ging ich in der Nähe wo ich arbeite zu Rüegg Yamaha Motors in
Zürich an der Forchstrasse. Dort stand er auch und ich habe Herr Rüegg
meine Absichten erklärt und ihn gefragt, ob ich bevor ich Fr. 20000 für
so ein Gefährt ausgebe zuerst eine Probefahrt machen kann. Er sagte, dass
so viele Leute kommen um eine Probefahrt machen zu wollen und er das Grundsätzlich
nicht mache aber ich könne zu Wepfer Techniks gehen und dort nachfragen
ob ich dort eine Testfahrt machen kann. Er gab mir die Telefonnummer.
Na ja? Ich weiss ja nicht, aber wenn man so viel Geld ausgeben will, sollte
man nicht noch irgendwo aufs Land geschickt werden um dort eine Probefahrt machen
zu können.
Ich bin trotzdem zu Herrn Wepfer gefahren und ihm gesagt, dass ich Interesse
habe einen Raptor zu kaufen, zuerst möchte ich jedoch eine Probefahrt machen.
Er sagte mir, dass das kein Problem sei und gab mir seinen Raptor der schon
voll aufgemotzt (Ohlins, Strassen-bereifung, Nerfbars Auspuffanlage usw.) war
für eine Probefahrt. (Es war schon eine grosse Differenz zu dem was ich
kaufen wollte).
Hell begeistert kam ich zurück und sagte ich wolle einen kaufen, aber mir
wäre es lieber, direkt bei ihm einen zu kaufen, da er auch bereit war einen
gewissen Service zu bieten. Damit meine ich z.B. eine Probefahrt machen zu können
und alles über die Quads in der Schweiz zu erklären.
Er erklärte mir, dass das nicht möglich sei, da es Abmachungen mit
Hostettler Ag und den Händler gebe wobei ich zum nächsten Händler
in meiner Region gehen müsse. Und das sei nun mal Rüegg Yamaha. Da
ich jedoch überzeugt war so ein Gerät anzuschaffen, setzte ich mich
nochmals mit Herrn Rüegg in Kontakt und er bestellte mir meinen Wunsch-Raptor
von Wepfer zu sich um ihn mir zu verkaufen.
Da ich die Fr. 20000,-- nicht gerade Flüssig hatte wollte ich ein Leasing
auf zwei Jahren machen. Herr Rüegg hat mir sehr von dem Leasing abgeraten
und mir immer wieder empfohlen einen Kredit aufzunehmen und diesen nach meinen
Wünschen abzuzahlen.
Ich hatte jedoch bereits ein Auto geleast und bin mit der Lösung vom Leasing
sehr zufrieden gewesen. Ich musste jedoch selbst Leasingofferten organisieren,
mich entscheiden und dann Herrn Rüegg überzeugen, dass das für
mich die beste Lösung sei. Nach einigem hin und her war er bereit mir den
Quad so zu verkaufen. Ich konnte ihn dann abholen und ging auf meine ersten
Touren.
Ich war schon an diversen internationalen und nationalen Treffen mit dem Quad,
auch habe ich schon an diversen Geführten Touren im In- und Ausland teilgenommen.
Jedoch im Gelände zu fahren brachte sehr viel Negatives mit sich. Die Birnen
der Lampen gingen immer kaputt durch die Vibration. Die Lampen blendeten auch
die voraus fahrenden Autofahrer zum Teil so stark das man mir den Mittelfinger
zeigte. Als ich Strecken auf der Autobahn zurück legte bildeten sich Luftbläschen
im Bremsventil und die Hinterbremse funktionierte nicht mehr.
Also ging ich mit diesen Problemen zu Herrn Rüegg und der erklärte
mir, dass der "Strassenzulassungsumbau" für den Quad nicht so
geeignet sei und man vielleicht besser wieder die Originalen Teile anbauen soll.
Das heisst, das Bremsventil abbauen, die Lichter hinten und vorne durch die
Originalen zu ersetzen. Es wäre auf jeden Fall besser, man hätte nicht
so viele Probleme, und man müsse einfach beim Vorführen des Fahrzeuges
wieder die Umbauteile anbauen. Das Problem nur war, das dies nicht erlaubt sei
und man mit einer Busse der Polizei rechnen müsse.
Da ich gemerkt habe, dass die Polizei noch keine Ahnung in der Schweiz über
die Quads hat, habe ich mich entschlossen den Quad auf Original umzubauen, was
Herrn Rüegg für mich gemacht hat. Die Original Teile waren noch bei
ihm und die Umbau-Teile hat er bei sich gelassen um mich wahrscheinlich an ihn
zu binden.
Ich hatte viel weniger Probleme mit den neuen Teile und war zum ersten mal richtig
glücklich mit dem Quad.
Wenn man nach Amerika oder in unsere Nachbar-Länder schaute ging da schon
viel mehr in Sachen tuning, Clubs, Rennen usw.
Erschreckend waren auf jeden Fall die Preisvergleiche in jeder Art. Vom Fahrzeug,
zu Esatzteile bis zu Tuningteile. Einfach Unglaublich was man einsparen könnte,
wenn man die Teile aus dem Ausland beziehen würde.
Ich habe mir gedacht ich könnte doch vielleicht auf etwas bewegen in der
Schweiz und machte eine Homepage die sich www.quadclub.ch nennt. Leider fehlte
mir die Zeit um den Club wirklich zu gründen. Es ist aber immer noch alles
in Planung und irgendwann wird er entstehen. Ich hatte aber sehr viele Anfragen
vom In und Ausland und sehr viel Kontakt mit Quadfahrer die mir Erlebnisse und
Erfahrungen mitteilten und auch habe ich neue Freunde gefunden die das gleiche
Hobby teilen wie ich.
Mein Quad gefiel meiner Freundin immer mehr, bis auch sie sich entschlossen
hat, einen zu kaufen. Und zwar einen Special-Edition. Wobei ich mir schon mal
sehr hintergangen gefühlt habe den er war gutaussehend, viel mehr Wert
mit den zusätzlichen Teile aber zum gleichen Preis.
Na ja ich fand es toll, dass sie sich entschieden hat auch einen zu kaufen.
Unser Freund Doros der auch ein Quadfahrer ist und guten Kontakt zu Herrn Wepfer
pflegte sagte uns, dass er uns einen Special-Edition verkaufen könne, da
er nun Händler ist. Ich empfahl meiner Freundin sofort den Quad über
Ihn zu beziehen, damit sie nicht so schlechte Erfahrungen machen müsse,
wie ich mit Herrn Rüegg.
Das ganze ging dann über die Bühne und wir mussten den Quad bei Yellowpoint
abholen, da er einen A-Händler ist und Doros ihn nicht ausliefern konnte.
Somit hat auch Yellowpoint etwas am Verkauf dieses Quads verdient.
Wir gingen zu Yellowpoint der uns die Pneus und die Schlüssel sowie die
Fahrzeugpapiere überreichte und sagte der Quad stehe hinter dem Haus wir
können ihn holen.
Ich war mit meiner VW-Pritsche dort und wollte ihn aufladen jedoch konnte ich
die Wegfahrsperre nicht richtig lösen bzw. hatte sie einen Wackelkontakt.
Ich bin wieder in das Geschäft gegangen und habe ihn um Hilfe gefragt.
Er antwortete mir mit: Er wolle nichts mit dem zu tun haben, wir müssen
direkt mit Herrn Wepfer in Kontakt treten.
Hallo? Was ist das für Service? Er hat mit Sicherheit Fr. 1000,-- verdient
und musste nichts dafür tun. Der Quad wurde sogar in seine Werkstatt geliefert
Na ja mir blieb nichts anders übrig als Herrn Wepfer anzurufen der mir
auch sofort telefonisch geholfen hat und wir konnten den Quad von diesem unfreundlichen
Händler wegbringen.
Meine Freundin war sehr zufrieden mit dem Quad und wir hatten viel Spass und
haben auch viele Ausflüge unternommen.
Im Herbst letzten Jahres haben wir uns neue Motocrossstiefel gekauft und es
war nicht einfach mit diesen zu kuppeln und zu bremsen mit den Hinterbremsen.
Also bevor wir eine Tour machten haben wir einen Stopp bei Rüegg gemacht,
um die Bremspedale unserer Quads zu verstellen, damit wir auch mit den steifen
Stiefeln gut Bremsen konnten. Herr Rüegg hat beide verstellt und Fr. 20,--
oder Fr. 30,-- für das einkassiert.
Wir starteten gleich unsere Tour fuhren Richtung Dübendorf über die
Strasse durch den Wald als ich hinterherfahrend plötzlich bemerkte, das
der Quad meiner Freundin leicht qualmte.
Wir haben gestoppt und bemerkt, dass die Hinterbremse die ganze Zeit gebremst
hat und sich dadurch überhitzt hat.
Herr Rüegg war schon nicht mehr erreichbar im Geschäft und wir waren
auf uns selber angewiesen.
Als wir Herr Rüegg am Dienstag anriefen, hat er uns nur mitgeteilt, dass
es gut sein kann, den Rahel hatte immer noch das Ventil von Herrn Wepfer angebaut
und das dies vielleicht der Grund war warum die Bremsen hinten immer gebremst
haben. In diesem Moment hatte ich genug von Herrn Rüegg. Nicht einmal eine
Entschuldigung. Er konnte nicht einmal eingestehen, dass er vielleicht das Bremspedal
zu viel angehoben hatte. Komischerweise hatte meine Freundin vorher kein Problem.
Bis heute habe ich in der Schweiz nur einen getroffen der sich wirklich mit
den Quads auskennt und nicht wie viele andere irgendwelche Motorradmechaniker
sind oder sogar Landmaschienenmechaniker die sich nicht richtig mit Quads auskennen
und das wohl nur wegen dem Profit machen.
Also haben wir den Quad aufgeladen und zur Reparatur zu einem richtigen Profi
ins Appenzell gebracht. Hier einige Bilder was die Verstellung des Bremspedals,
mit dem Ventil für den Schweizer Umbau, angerichtet hat:



Die Reparatur dieses Falles hat meine Freundin über Fr. 1000.-- gekostet.
Wir haben die Rechnung bezahlt und unser Hobby weiter genossen. Wir haben sogar
für die Letztjährigen Sommerferien einen Anhänger von Herrn Rüegg
gemietet und der eigentlich viel zu klein war für zwei Quads und uns nur
Ärger gekostet hat. Aber das ist ein anderes Thema.
Aber zum Gipfel der Geschichte mit Ihrem Händler Herrn Rüegg:
Die zwei Leasing-Jahre gingen langsam dem Ende zu und ich bekam die Information
der Leasinggesellschaft dass ich mit Herrn Rüegg Kontakt aufnehmen muss
und den Restbetrag von Fr. 1000,-- bezahlen muss um den Quad auszulösen.
Herr Rüegg sagte mir jedoch dass ich Fr. 2000,-- bezahlen muss damit der
Quad mir gehören werde. Ich nahm nochmals Kontakt mit der Leasing-Firma
auf und erklärte Herrn Rüegg der ja vom Fach sein sollte wie viel
ich nun bezahlen muss. Er hat mir zugestimmt und ich habe den Restbetrag von
Fr. 1000,-- gebracht und meinen Quad ausgelöst.
Ich habe ihn auch gebeten mir die Teile die er damals abgebaut hatte für
die Strassenzulassung auszuhändigen. Wobei er sagte er müsse nachschauen
wo die seien und er werde mit mir Kontakt aufnehmen.
Als ich nichts hörte rief ich Ihn letzte Woche an und fragte ihn nochmals,
wo meine Teile nun sind die rechtsmässig mir gehören und bereits für
diese bezahlt habe. Er sagte, dass er diese nicht bei sich finden könne
und er mir diese wohl schon ausgehändigt habe. Was er aber nicht getan
hat den mir fehlen alle Teile um mein Fahrzeug in Zukunft vorzuführen.
Er meinte auch, dass ich Ihn anschwindle und hat mir am Schluss das Telefon
aufgehängt.
Nun wende ich mich an Sie, als Generalimporteur von Yamaha-Motors.
Ich weiss, dass es irgendwie nicht richtig organisiert ist mit den Händler,
so dass jeder die Schuld einem anderen weiter gibt und sich jeder der Verantwortung
entziehen will. Ich nehme auch an, dass Sie von vielen Sachen gar nichts mitbekommen.
Was ich hier erzähle, ist nichts als die Wahrheit über meine Erfahrungen
mit dem Kauf von zwei Quads.
Ich bitte sie nun um eine Stellungsnahme diesbezüglich und hoffe, dass
in Zukunft nicht noch andere Käufer sich mit solchen lästigen Problemen
konfrontiert werden. Ich habe auf jedenfall daraus gelernt und muss wohl die
Teile bei meiner Freundin abschrauben um meinen Quad vorzuführen. Es ist
einfach nur Schade das man so viel Geld für Fahrzeuge ausgibt und so viel
Aufwand und Ärger dahinter steckt.
Für Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
Marco Giuliani
PS: Ich möchte Ihnen gratulieren für Ihre neue Preispolitik bezogen
auf den neuen Raptor700. Endlich kann man sagen, dass auch der Preis konkurrenzfähig
ist.
Kopie an: Rüegg Yamaha